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„Wir brauchen Märchen“
 
Geschrieben von firstlevel am Dienstag, 24. Juli 2007

aktuelle News Krummwisch (hn) – Man stelle sich vor, es gäbe ein Zaubermittel, das Kinder stillsitzen und aufmerksam zuhören lässt - ein Superdoping für Kindergehirne. Laut Prof. Gerald Hüther ist dieses unbezahlbare Zaubermittel das Vorlesen oder Erzählen von Märchen. Das Kind erfährt das Leben und die Welt durch Märchen. Sie haben Einfluss auf die Beziehungsfähigkeit, Kreativität und Vorstellungswelt. Märchenstunden aktivieren die emotionalen Zentren im Gehirn, Botenstoffe werden gebildet und freigesetzt. Das Kind lernt, sein Gehirn auf bestimmte Weise zu nutzen.

Superdoping für Kindergehirne

 

 
Prof. Hüther erläutert in seinem Beitrag zum Jahresband der Europäischen Märchengesellschaft die Zusammenhänge und das Zusammenwirken von frühkindlichen Bindungen, den Anfängen des Sozialisations- bzw. Erziehungsprozesses und den Frontal- und Stirnlappen. Bereits in der frühen Kindheit wird das Gehirn „programmiert“, und Märchen bieten dem Kind Orientierungshilfen durch das Wirrwarr von Anforderungen, Angeboten und Erwartungen. Diese Stimulierungen werden in dem Gehirnbereich zu einem Gesamtbild zusammengefügt, und das Frontalhirn entwickelt daraufhin zukunftsorientierte Handlungskonzepte und innere Orientierungen.
 
Ohne Märchen, so Prof. Hüther, fehlen diese Orientierungen und es bleibt die Suche danach. Diese Kinder laufen Gefahr, zu selbstbezogenen, trotzigen, tyrannischen Erwachsenen mit einem ausgeprägten zwischenmenschlichen Beziehungsdefizit werden.
 
Der Autor:
Dr. Gerald Hüther, Jahrgang 1951, leitet als Neurobiologe die Abteilung der Neurobiologischen Grundlagenforschung an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Sein Vortrag zu diesem Thema anlässlich des Märchenkongresses im Herbst 2006 ist Teil des Märchenbuchs „Die Stimme des Nordens“, das nun im Königsfurt Verlag erschienen ist.
 
Harlinda Lox, Werner Schmidt und Thomas Bücksteeg

Jahresband der Europäischen Märchengesellschaft 2006, „Stimme des Nordens in Märchen und Mythen“

mit einem Beitrag von Prof. Dr. Gerald Hüther „Weshalb wir Märchen brauchen – Neurobiologische Argumente für den Erhalt einer Märchenerzählkultur“
252 Seiten
24,90 Euro
ISBN 3-89875-982-2
Königsfurt Verlag, 2006
 

Pressekontakt:

Königsfurt Verlag
Frau Evelin Bürger
Königsfurt 6, Klein Königsförde
24796 Krummwisch
Tel. 04334 - 18 22 010
E-Mail info@koenigsfurt.com

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