Hamburg (hn) – Eine Studie kanadischer Forscher zeigt den
Zusammenhang von Religiosität und Großzügigkeit auf. Das besondere:
Dies gilt unabhängig davon, ob sich eine Person als gläubig bezeichnet.
Dies berichtet eine Forschergruppe um Azim Shariff in der aktuellen
Ausgabe der Zeitschrift „Psychological Science“ (im Druck).Hamburg (hn) – Eine Studie kanadischer Forscher zeigt den
Zusammenhang von Religiosität und Großzügigkeit auf. Das besondere:
Dies gilt unabhängig davon, ob sich eine Person als gläubig bezeichnet.
Dies berichtet eine Forschergruppe um Azim Shariff in der aktuellen
Ausgabe der Zeitschrift „Psychological Science“ (im Druck). (http://www.blackwellpublishing.com/journal.asp?ref=0956-7976)
Um dem Einfluss spiritueller Konzepte auf die Handlungsweise von
Personen auf die Spur zu kommen, stellten Shariff und seine Kollegen
von der University of British Columbia (http://www.psych.ubc.ca/)
in Vancouver, Kanada, eine gewitzte Versuchsanordnung auf: Zum einen
wussten die Probanden nicht, um was es in der Studie geht. In einer
ersten Stufe wurden sie sodann mit Glaubenssätzen konfrontiert; sie
mussten Wörter in den Sätzen mit religiösen Inhalten richtig ordnen.
Die Kontrollgruppe erhielt diese Aufgabe nicht.
Nach dieser Übung erhielt jeder Teilnehmer 10 Dollar und sollte
einen Anteil des Betrags an einen anonymen Empfänger abgeben. Das
Ergebnis war deutlich: Die durch die Vorübung unbewusst religiös
beeinflussten Teilnehmer gaben im Schnitt 4,82 Dollar ab, die
Kontrollgruppe nur 1,84 Dollar. Dabei waren diejenigen, die sich vor
Beginn des Tests selbst als gläubig bezeichnet hatten, nicht
großzügiger.
Archetypische Vernetzung
Warum nun die psychische Aufladung mit religiösen Begriffen die
Menschen großzügiger macht, soll jetzt näher erforscht werden. Eine
Erklärung ist, dass übernatürliche Auffassungen wie „Gott“ und
„Prophet“ semantisch und archetypisch eng mit Akten von Großzügigkeit
und Mildtätigkeit verbunden sind. Durch die Aktivierung dieser
Stereotypen würde dieser Ansicht zufolge der Mensch quasi automatisch
großzügiger agieren. So existieren Testreihen, in denen Studenten
spontan langsamer gingen, nachdem sie mit Gedankeninhalten
fortgeschrittenen Alters konfrontiert wurden.
Eine andere Erklärung könnte sein, dass religiöse Inspiration
dieser Art die im Menschen verankerte Idee omnipräsenter und vielleicht
auch omnipotenter moralischer Agenten aktiviert. Deren Kontrollmacht
beugt man sich, weil ansonsten Bestrafung droht.
Aus Sicht der kulturellen Evolutionstheorie ist eine weitere
Deutung möglich: Religion ist darin ein Beispiel für einen
Normenkatalog, dessen Befolgen den Energieaufwand für das harmonische
Zusammenleben der Gruppe erheblich senkt. So wird das Verhalten des
Einzelnen zugunsten des Überlebens der Gemeinschaft eingeschränkt.
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