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Studie: Religiosität fördert Großzügigkeit

Datum: Dienstag, 31. Juli 2007
Thema: aktuelle News

Hamburg (hn) – Eine Studie kanadischer Forscher zeigt den Zusammenhang von Religiosität und Großzügigkeit auf. Das besondere: Dies gilt unabhängig davon, ob sich eine Person als gläubig bezeichnet. Dies berichtet eine Forschergruppe um Azim Shariff in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Psychological Science“ (im Druck).

Hamburg (hn) – Eine Studie kanadischer Forscher zeigt den Zusammenhang von Religiosität und Großzügigkeit auf. Das besondere: Dies gilt unabhängig davon, ob sich eine Person als gläubig bezeichnet. Dies berichtet eine Forschergruppe um Azim Shariff in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Psychological Science“ (im Druck). (http://www.blackwellpublishing.com/journal.asp?ref=0956-7976)
 
Um dem Einfluss spiritueller Konzepte auf die Handlungsweise von Personen auf die Spur zu kommen, stellten Shariff und seine Kollegen von der University of British Columbia (http://www.psych.ubc.ca/) in Vancouver, Kanada, eine gewitzte Versuchsanordnung auf: Zum einen wussten die Probanden nicht, um was es in der Studie geht. In einer ersten Stufe wurden sie sodann mit Glaubenssätzen konfrontiert; sie mussten Wörter in den Sätzen mit religiösen Inhalten richtig ordnen. Die Kontrollgruppe erhielt diese Aufgabe nicht.
 
Nach dieser Übung erhielt jeder Teilnehmer 10 Dollar und sollte einen Anteil des Betrags an einen anonymen Empfänger abgeben. Das Ergebnis war deutlich: Die durch die Vorübung unbewusst religiös beeinflussten Teilnehmer gaben im Schnitt 4,82 Dollar ab, die Kontrollgruppe nur 1,84 Dollar. Dabei waren diejenigen, die sich vor Beginn des Tests selbst als gläubig bezeichnet hatten, nicht großzügiger.
 

Archetypische Vernetzung

 
Warum nun die psychische Aufladung mit religiösen Begriffen die Menschen großzügiger macht, soll jetzt näher erforscht werden. Eine Erklärung ist, dass übernatürliche Auffassungen wie „Gott“ und „Prophet“ semantisch und archetypisch eng mit Akten von Großzügigkeit und Mildtätigkeit verbunden sind. Durch die Aktivierung dieser Stereotypen würde dieser Ansicht zufolge der Mensch quasi automatisch großzügiger agieren. So existieren Testreihen, in denen Studenten spontan langsamer gingen, nachdem sie mit Gedankeninhalten fortgeschrittenen Alters konfrontiert wurden.
 
Eine andere Erklärung könnte sein, dass religiöse Inspiration dieser Art die im Menschen verankerte Idee omnipräsenter und vielleicht auch omnipotenter moralischer Agenten aktiviert. Deren Kontrollmacht beugt man sich, weil ansonsten Bestrafung droht.
 
Aus Sicht der kulturellen Evolutionstheorie ist eine weitere Deutung möglich: Religion ist darin ein Beispiel für einen Normenkatalog, dessen Befolgen den Energieaufwand für das harmonische Zusammenleben der Gruppe erheblich senkt. So wird das Verhalten des Einzelnen zugunsten des Überlebens der Gemeinschaft eingeschränkt.

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