Bad Waldsee (hm) - 2 bis 3 Millionen Deutsche leiden unter
Angststörungen. Oftmals unerkannt oder belächelt. Die richtige Diagnose
ist für die Betroffenen häufig schon der erste Schritt zur Heilung.
Caroline S., 48, ist seit 10 Monaten völlig durcheinander. Ihr
Arbeitspensum im Büro scheint sie nicht mehr schaffen zu können. Zu
Hause fordern ihr Mann und ihre Zwillinge sowie ihre Ehrenämter im
Kunstverein Einsatz rund um die Uhr. Beklemmungen, Schwindel und
Herzklopfen werden dabei zu den täglichen Dauerbegleitern.
Freizeitunternehmungen mit Freunden sagt die sonst lebenslustige
Versicherungskauffrau kurz vorher ab, weil sie die Menschenmengen nicht
ertragen kann. Was passiert hier? Sind es einfach nur körperliche
Veränderungen oder sogar chronische Angstzustände?
„Angst ist
eines unserer menschlichen Grundgefühle und soll uns vor drohenden
Gefahren warnen - und so vor Schaden bewahren. Das Gefühl der Angst ist
stets gekoppelt mit einer Reihe von körperlichen Anpassungsreaktionen,
die uns helfen sollen, mit auftauchenden Gefahren besser fertig zu
werden. So schlägt unser Herz bei Angst schneller, der Blutdruck
steigt, die Hände werden kalt oder feucht, wir atmen tiefer, um mehr
Sauerstoff aufzunehmen, die Muskeln sind angespannt und sprungbereit -
kurz, wir zeigen alle Anzeichen von Stress im Körper. Ist die Gefahr
vorüber, reguliert der Körper beim Gesunden schnell wieder in den
Normzustand zurück. Positiven Stress nennen wir EU-Stress, den
negativen Stress bezeichnet man als Dys-Stress," so erklärt Dr. Vinzenz
Mansmann, Chefarzt der NaturaMed Kliniken in Bad Waldsee und
Anti-Stress-Experte die Ausgangssituation.
Ständige Alarmreaktion
Anders
ist es bei der Angsterkrankung: Dort zwingt die unterschwellige Angst
den Körper beständig, in den Alarmreaktionen zu verbleiben, mit der
Folge, dass dem Körper die benötigten Phasen der Entspannung fehlen.
Mögliche Folgen sind: rasche Erschöpfbarkeit, Reizbarkeit,
Schlafstörungen, chronische Muskelverspannungen, Atemnot, Beklemmungen,
Herzklopfen, Brustschmerzen, dauerhaft erhöhter Blutdruck, starke
Blutdruckschwankungen, Schweissausbrüche, Schwindel, Benommenheit,
Bauchschmerzen, sonstige Schmerzen, Kloßgefühl im Hals,
Schluckbeschwerden, Konzentrationsstörungen, Leere im Kopf. All diese
Symptome haben eines gemeinsam - sie kommen auch bei körperlichen
Erkrankungen vor und haben daher häufig körperliche Untersuchungen zur
Folge.
Die Diagnosen
Dr.
med. Ulrike Banis aus Bregenz erläutert die Erlebnisse in ihrer Praxis:
„Bei der Angsterkrankung in ihren unterschiedlichen Ausprägungen findet
man nicht immer einen Befund, der die Symptome hinreichend erklärt, und
zahlreiche Betroffene fühlen sich dann als Simulanten abgestempelt. Für
sie ist das eine tragische Situation. Die Menschen, die an einer
Angsterkrankung leiden, haben oft die Angst als eigentlichen Auslöser
ihrer Beschwerden vergessen. Sie spüren aber umso deutlicher ihre
körperlichen Missempfindungen und erzählen diese auch ihrem Arzt oder
Therapeuten. Daher ist es für den Arzt von äußerster Wichtigkeit, diese
Symptome einer Angsterkrankung zu kennen und beim Patienten auch einmal
nachzufragen, ob er sich häufig Sorgen um andere macht oder ob er an
übermäßigen Befürchtungen leidet."
Für viele Menschen ist Angst
ein Tabuthema und deswegen werden Ängste nur selten dem Therapeuten
gegenüber thematisiert - es sei denn, jemand leidet an Panikattacken!
Gerade Männer, von denen unsere Gesellschaft Durchsetzungsvermögen
erwartet, präsentieren eher eine Vielzahl „körperlicher" Beschwerden,
als über ihre Ängste zu sprechen. Frauen, die eine Vielzahl von Rollen
zu erfüllen haben - Mutter, Karrierefrau, Hausfrau, Geliebte,
Schwester, Nachbarin, pflegende Tochter - haben häufig Mühe, sich und
anderen Angst einzugestehen. Hinweis von Dr. Mansmann: „Caroline S.
sollte umgehend einen Therapeuten aufsuchen und sowohl einen
körperlichen Rundum Check mit detaillierten Messmethoden als auch
gezielte Beratungsgespräche durchführen."
Den Teufelskreis durchbrechen
Welche Möglichkeiten zur Konfliktlösung gibt es?
- Schon das Reden
über die Angst kann helfen - und zuhören kann nicht nur ein Arzt oder
Therapeut, sondern auch die beste Freundin, der Partner oder ein
vertrauter Kollege. Leichtere Formen der Angsterkrankung können sich
bereits durch "nichtprofessionellen" Trost und Zuspruch auflösen.
- Der nächste Therapieschritt - sofern es sich um spezifische oder stärkere Ängste handelt - kann ein Verhaltenstraining
sein. Wer Angst hat, mit dem Fahrstuhl zu fahren oder alleine aus dem
Haus zu gehen, kann erst einmal in Begleitung "üben", dann schrittweise
bestimmte Aufgaben alleine erledigen, bis die Angst überwunden ist.
Angst vor bestimmten Tieren (Mäuse, Schlangen, Hunde) kann man dadurch
verringern, dass man sich zunächst Bilder dieser „bedrohlichen" Tiere
ansieht, dabei die Reaktionen im Körper beobachtet und diese unter
Anleitung besser in den Griff bekommt („ent-katastrophisieren").
- Die Kognitive Therapie
ist eine Kurzzeittherapie. Zwischen 10 und 30 Sitzungen sind die Norm.
Manchmal reichen weniger Sitzungen. Wenn das Problem schon lange
besteht oder viele Bereiche umfasst, benötigt man mehr Sitzungen. Eine
Sitzung dauert gewöhnlich 50 Minuten.
- Es gibt eine Reihe pflanzlicher Heilmittel,
die angstlösend wirken. Dazu zählen Melisse und Baldrian, auch
Kavawurzel und Johanniskraut. Des Weiteren können homöopathische
Medikamente wie z.B. Arsen album D30 Glob oder Anxiovita über einen
länger genommen Zeitraum von 4 - 6 Monaten die Angst deutlich
verringern. Moderne Anxiolytika, wie Serotoninaufnahmehemmer, können
effektvoll die Angst reduzieren, ohne allzu gravierende Nebenwirkungen
zu verursachen. Erst im relativ angstfreien Zustand kann man sich mit
der Angst im Kopf auseinandersetzen - nicht aber mitten in einer
Angstattacke!
- Ganzheitlich orientierte Praxen und Kliniken
arbeiten zudem mit der Methode des Energie-Check, auch
„Psychosomatische Energetik" (PSE) genannt, um Energieblockaden im
Körper und vegetative Schwachpunkte mittels verschiedener Testampullen
herauszufinden. Zur kinesiologischen Diagnostik versteckter
Angsterkrankungen hat sich dabei besonders die „Anxiovita-Ampulle"
bewährt. Wenn diese beim Energie-Check anspricht, weiß der Arzt, dass
hinter den Symptomen auch eine Angsterkrankung verborgen ist - und kann
dies im Gespräch mit dem Patienten auch zur Sprache bringen.
Fazit
1. Angsterkrankungen sind weit häufiger, als allgemein angenommen wird.
2. Angst versteckt sich sehr häufig hinter diversen unklaren körperlichen Symptomen.
3. Angst wird vom Patienten selten thematisiert.
4. Angst sollte vom Therapeuten behutsam erfragt oder - besser noch - energetisch getestet werden.
5. Angsterkrankungen sind heilbar - häufig sogar in kurzer Zeit, wenn man nur die richtigen Therapiewege beschreitet.
6.
Eine Verhaltenstherapie evtl. kombiniert mit verschiedenen
Entspannungstechniken hat sich als besonders geeignet zur Behandlung
von Angsterkrankungen herausgestellt. Da diese gesteigerte Form der
Angst erlernt ist, geht die Verhaltenstherapie davon aus, dass es auch
möglich ist, diese Angst wieder zu verlernen.
7. Verschaffen Sie sich einen Überblick in Form eines Angstkalenders.
8. Anxiovita (Rubimed BV) als Testampulle und als homöopathisches Mittel haben sich in der Praxis bewährt.
Adressen für Selbsthilfegruppen:
Pressekontakt:
Claudia Burkhardt
Tel.: +49 (30) 20188565
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