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Was tun, wenn der Computer zur Sucht wird

Datum: Dienstag, 13. November 2007
Thema: aktuelle News

Zehn Prozent der Internet-Nutzer gefährdet - Experten diskutieren in Berlin über Ursachen, Folgen und Therapien


Berlin (hn) - Menschen, die ihr Verlangen nach dem Internet nicht mehr kontrollieren können, sollten frühzeitig psychotherapeutische und suchtmedizinische Hilfe in Anspruch nehmen, um erhebliche Auswirkungen auf ihr Leben, speziell ihr soziales Umfeld zu verhindern.
Ärzte stellen fest, dass viele Betroffene zunehmend das Interesse an Familie und Freunden verlieren und ihre Arbeit vernachlässigen, um sich mit Unbekannten über E-Mail, in Chats, Foren und Blogs zu unterhalten. Menschen mit einer Internet-Sucht richten oftmals ihren gesamten Tagesablauf so ein, dass sie möglichst viel Zeit online verbringen können und werden unruhig, wenn sie davon abgehalten werden. Neben der Online-Kommunikation haben auch Online-Spiele und pornografische Inhalte im Internet ein erhebliches Suchtpotenzial. Gemeinsam ist allen Formen der Online-Sucht, dass sich die Betroffenen immer stärker aus dem realen Leben zurückziehen, um ihre Wünsche und Träume im Internet auszuleben. Das Thema Computersucht steht auch auf dem Programm der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), die vom Mittwoch, den 21. November, bis Samstag, den 24. November 2007, in Berlin stattfindet. Im Rahmen eines Symposiums diskutieren Experten am 23. November 2007 in Berlin über Ursachen, Folgen und Therapie-Möglichkeiten dieser Erkrankung.
Besonders gefährdet: Jugendliche, Singles und Menschen über 50

Hinter einer Online-Sucht verbergen sich oftmals Identitätsprobleme, Depressionen und Angststörungen. „Das Internet ist für viele Betroffene ein Weg, um vor Enttäuschungen und Problemen in eine Scheinwelt zu fliehen und sich von negativen Gefühlen abzulenken", erläutert Professor Dr. Karl F. Mann von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie. Wenn Betroffene in der realen Welt nicht mehr über ihre Bedürfnisse sprechen und das soziale Umfeld allmählich zusammenbricht, kann die Online-Sucht zu einem Teufelskreis werden. „Betroffene und Angehörige sollten daher nicht zögern, einen Psychotherapeuten aufzusuchen", rät Professor Mann. Man schätzt, dass etwa zehn Prozent der Internet-Benutzer gefährdet sind, eine Online-Sucht zu entwickeln. Bei einem Prozent der Benutzer liegt eine Online-Sucht vor. Ein besonders hohes Risiko haben Jugendliche unter 20 Jahren, Singles und Menschen über 50 Jahren.

Mehr Infos unter http://www.dgppn-kongress.de
 

Pressekontakt:

DGPPN-Hauptgeschäftsstelle Berlin-Mitte
Dr. Thomas Nesseler,
Reinhardtstraße 14
10117 Berlin
Tel. 030-28096602
E-Mail: sekretariat@dgppn.de






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