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Dem Leben eine Richtung geben

Datum: Dienstag, 13. November 2007
Thema: aktuelle News

Systemmedizinische Begleitung von Patientinnen bei Entscheidungsprozessen
Ober-Ramstadt (hn) - Oft stehen Frauen vor der Entscheidung für oder gegen einen bedeutsamen gynäkologischen Eingriff. Werden bei der Entscheidung ausschließlich die körperlichen Symptome berücksichtigt, kann dies schwerwiegende Folgen für das zukünftige Wohlbefinden der Frau haben.



 Die Fachärztin für Frauenheilkunde, Systemische Medizin und Naturheilverfahren Dr. med. Carmen Alice Kirstgen begleitet Frauen bei der ganzheitlichen Entscheidungsfindung. Das Beispiel einer Patientin, der während der Wechseljahre eine Gebärmutterentfernung angeraten wurde, zeigt, wie die systemische Medizin Körper, Geist und Seele in einen harmonischen Dreiklang bringen kann.
Kirstgen behandelte die Patientin seit längerem wegen Myomen und starker Blutungen - einer Symptomatik, mit der die Patientin gut leben konnte. Die Freundinnen der Frau rieten jedoch zu einer Gebärmutterentfernung, und auch der Ehemann befürwortete dies. Kirstgen schlug der Patientin vor, sich in einer Klinik untersuchen zu lassen. Dort gab man ihr zu verstehen, dass die Entfernung der Gebärmutter längst überfällig sei. Verzweifelt bat die verunsicherte Patientin ihre Gynäkologin um Rat.
Kirstgen führte daraufhin ein lösungsorientiertes Interview mit anschließender Aufstellung durch. Ähnlich wie bei einer Familienaufstellung nach Bert Hellinger stellt die Patientin dabei Platzhalter für die an der Entscheidungsfindung Beteiligten auf: die Patientin selbst, den Ehemann, die Freundinnen und das betroffene Organ, die Gebärmutter. Auch für das Ziel - Klarheit zu erhalten - und für die Zukunft der Patientin wurden Platzhalter aufgestellt.

„Im ersten Dialog mit der Gebärmutter verspürte die Patientin eine intensive Bindung zu dem Organ, aber auch Zorn und Trauer, da sie es als nutzlos empfand. Das Ziel blieb verschwommen", berichtet Kirstgen. „Die Auseinandersetzung mit dem Ehemann und den Freundinnen brachte bereits mehr Klarheit. Als die Patientin dann die Position der Gebärmutter einnahm, spürte sie, dass das Organ Abschied von ihr nehmen wollte und in die Nähe des Ziels rückte." In der Position des Ziels wurde der Patientin schließlich klar, dass eine Entscheidung für die Operation ihr dreierlei bringen würde: Ruhe, Ausgeglichenheit und die Chance auf einen Neubeginn.

„Dieser Erkenntnis folgte dann der wichtigste Entwicklungsschritt", erzählt Kirstgen. „Als die Patientin wieder zum Platzhalter ihrer eigenen Person zurückkehrte, spürte sie deutlich, dass das Organ Gebärmutter von einem ganz anderen Thema überlagert war: von dem Kind, das sie sich gewünscht, aber nie bekommen hatte." Im weiteren Verlauf erkannte die Patientin dieses ungeborene Kind als ihr inneres Kind und verspürte den tiefen Wunsch, in Zukunft gut für es zu sorgen. Nun konnte sie sich für die Operation entscheiden und sich auf den Neubeginn freuen, der sie erwartete.

„Die Aufstellung war der Geburtsprozess des inneren Kindes", sagt Kirstgen. „Das innere Kind wurde quasi aus der Gebärmutter hervorgebracht. Dieses Organ steht ja nicht nur für die Fähigkeit, Kinder zu gebären, sondern symbolisiert auch Kreativität und Selbstverwirklichung. Im Verlauf der Aufstellung hatte die Patientin die Möglichkeit zur Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit entdeckt. Sie empfand daraufhin Dankbarkeit gegenüber ihrer Gebärmutter und konnte so von ihr Abschied nehmen."

Aus Erfahrung weiß die Ärztin, dass die Aufstellung weit in die Folgezeit hineinwirkt. „Der Entwicklungsprozess ist mit dem Abschluss der systemischen Arbeit noch lange nicht beendet. Danach tut sich noch sehr viel in Körper, Geist und Seele des Menschen. In der Arbeit mit den Patientinnen bestätigt sich immer wieder: In dem Moment, in dem wir uns bewusst für etwas entscheiden, geben wir unserem Leben eine Richtung."
Dr. med. Carmen Alice Kirstgen studierte Medizin in Heidelberg und erhielt 1986 ihre Approbation. Der Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie schlossen sich Weiterbildungen für Psychotherapie und psychosomatische Medizin, Naturheilverfahren, Systemisches Arbeiten und Anti-Aging-Medizin an. Seit dem Jahr 1995 führt Kirstgen ihre eigene Praxis in Ober-Ramstadt.
 

Pressekontakt:

Dr. med. Carmen Alice Kirstgen
Darmstädter Straße 60
64372 Ober-Ramstadt
Tel: +49 (0) 6154 - 630555
Mail: info@dr-kirstgen.de






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