
K?nftige Allergie-Medizin kommt aus dem Meer
Datum: Freitag, 01. Dezember 2006 Thema: aktuelle News
Biotech-Start-up Marinomed: Wirkstoffe aus Korallen
Wien - Alles Leben kommt aus dem Meer. Diese Devise k?nnte in naher Zukunft auch f?r neue Medikamente und Heilmittel gelten. Das ?sterreichische Start-up Biotechunternehmen Marinomed http://www.marinomed.com entwickelt neue Medikamente zur Behandlung von Infektionskrankheiten und im Bereich der Immunologie aus Naturstoffen aus dem Meer. Das erste vom Unternehmen entwickelte Medikament ist ein Pr?parat gegen Allergie. Das Produkt befindet sich derzeit in der pr?-klinischen Stufe.
"Die ?berlegung Wirkstoffe aus dem Meer zu verwenden, ist nicht neu", meint Andreas Grassauer, CEO von Marinomed, im pressetext-Interview. "Die K?stenregion bis in eine Tiefe von 30 Meter z?hlt zu den kompetitivsten Zonen des Planeten", meint der Meeresbiologe Alexander Pretsch, der als meeresbiologischer Leiter des Unternehmens agiert. "In diesen Regionen leben vergleichbar so viele Arten wie in den tropischen Regenw?ldern, daher bieten sich diese als Quelle f?r neue Substanzen f?rmlich an", meint der Wissenschaftler. Die derzeit auf dem Markt befindlichen Medikamente mit Wirkstoffen aus dem Meer sind an einer Hand abzuz?hlen, wie die beiden Unternehmer feststellen. "Wir sind das erste blaue Biotechnologieunternehmen ?sterreichs", meint Grassauer. Die St?rke des Unternehmens liege vor allem darin, dass die Produktentwicklung bis zu ersten klinischen Daten im Haus stattfinde. Dadurch gebe es eine starke Interaktion zwischen den einzelnen Forschern - dem Meeresbiologen und Biomediziner Pretsch sowie der wissenschaftlichen Leiterin, der Biologin und Immunologin, Eva Prieschl-Grassauer und dem Biotechnologen Andreas Grassauer.
"Wir haben ehe wir mit der Gr?ndung des Unternehmens begonnen haben, die Indikationen genau definiert", meint Pretsch. Gesucht wurden molekulare Schalter, die in der Immunologie einschlie?lich der Onkologie sowie bei Allergien eine wesentliche Rolle spielen. "Unser gro?es Forschungsinteresse galt den Steinkorallen, da diese bis heute pharmazeutisch nahezu unbeforscht sind", meint Pretsch. Ein weiterer wichtiger Schritt dabei ist, dass man die beforschte Substanz reproduzierbar machen muss", f?gt Grassauer hinzu. Das bedeute, dass man nur z?chtbare Arten verwenden kann. "Ehe aus einer Substanz tats?chlich ein Medikament wird, vergehen mindestens zehn bis 15 Jahre." Ein Unternehmen muss daher neben den Entwicklungsprojekten neue Substanzen in der Pipeline haben, um fortw?hrend erfolgreich zu sein. Ein weiterer Forschungsschritt sei die Etablierung und Z?chtung ganzer Zelllinien. "Bisher gab es kaum solche marinen Zellkulturen", erkl?rt Grassauer.
"Mit dem Hintergrund als Meeresbiologe steht hier auch die ?kologie im Zentrum unseres Interesses: Wir wollen die Ressourcen aus dem Ozean sch?tzen und legen gro?en Wert darauf, f?r Forschungszwecke nicht die Meere leerzur?umen", so Grassauer F?r Forschungszwecke reicht den Wissenschaftlern ein knapp ein bis zwei Zentimeter gro?es St?ck einer Koralle, das dann in Aquakulturen gez?chtet wird. Auf die Frage, warum gerade die Niederen Tiere im Meer f?r die Forscher interessant sind, meint Pretsch: "Im Korallenriff geht es um jeden Zentimeter Lebensraum, der hei? umk?mpft wird. Die Korallen verf?gen ?ber chemische Hemmsubstanzen, die sie vor Fressfeinden, aber auch vor Bakterien und anderen Mikroben sch?tzen", erkl?rt der Meeresbiologe, der sich bereits seit Jahren mit der Zucht von Steinkorallen besch?ftigt. "Gerade die Korallenriffe als einer der ?kologisch wichtigsten Lebensr?ume f?r das Gleichgewicht der Meere, m?sste unter allen Umst?nden erhalten werden." Sie sind eine wahre Goldgrube f?r die Gesundheit der Menschen. "Wir wollen zeigen, dass man sie auch nutzen kann, ohne sie zu zerst?ren." Marinomed wolle dazu beitragen dieses Bewusstsein noch zu verst?rken, meint Pretsch abschlie?end im pressetext-Interview.
Marinomed kooperiert eng mit dem Labor f?r Tropenveterin?rmedizin an der Veterin?rmedizinischen Universit?t Wien und plant in Zukunft Kooperationen mit Biotechnologie- und Pharmazeutischen Unternehmen, um zus?tzliche Anwendungen zu testen.
Aussender: pressetext.austria
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