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Autor Thema: Ostsee zunehmend vergiftet  (Gelesen 999 mal)
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« am: 27. Januar 2005, 19:40:56 »

WWF warnt vor Fischgenuss aus dem Baltischen Meer

Bremen  - Die Umweltorganisation WWF warnt in einer heute, Dienstag, ver?ffentlichten Studie vor der starken Verschmutzung der Ostsee durch Chemikalien. Nach dem aktuellen Report: "Clean Baltic within REACH" reicherten sich zwischen den sp?ten 1980er und den fr?hen 90er Jahren j?hrlich durchschnittlich 31 Kilogramm Polychlorierte Biphenyle (PCB) in den Ostseefischen an. Die schwedischen Gesundheitsbeh?rden empfehlen Frauen im geb?rf?higen Alter deshalb, ihren Konsum von Ostseehering und Ostseelachs einzuschr?nken.

In Fischen wie beispielsweise Lachs und Kabeljau wurden auch neuere Substanzen wie Bromierte Flammschutzmittel, darunter Polybromierte Diphenylether (PBDE), Weichmacher und Duftstoffe in bedenklichen Mengen gefunden. Einzelne Fischproben aus der Ostsee enthielten bis zu 50 Mal mehr des Flammschutzmittels PBDE als Vergleichsproben aus dem Atlantik. Die Umweltschutzorganisation hat au?erdem festgestellt, dass einige Fischarten wie beispielsweise Meerforelle, Kabeljau und Steinbutt unter Fortpflanzungsst?rungen leiden, die mit Chemikalien in Verbindung gebracht werden. Schwer belastet sind aber auch Seehunde und Seeadler: Die Mengen an Polybromierten Biphenylen und PBDE sind in diesen Tieren der Ostsee zwei- bis f?nfmal h?her als in der Nordsee oder Arktis.

Andere sch?dliche Chemikalien, wie beispielsweise Perfluorierte Verbindungen, die als krebserregend und sch?dlich f?r die Fortpflanzung eingesch?tzt werden, wurden laut der Studie k?rzlich in Ostseeschweinswalen, Fischen und V?geln gefunden. Wegen des langsamen Wasseraustauschs mit der Nordsee und der teilweise extrem niedrigen Temperaturen der Ostsee werden die Chemikalien hier noch langsamer abgebaut als in anderen Meeren. Die ohnehin geringe Artenvielfalt der Ostsee wird durch die Chemikalien noch zus?tzlich gef?hrdet.

Die Umweltorganisation ruft nach einer grundlegenden Reform der EU-Chemikaliengesetzgebung, die derzeit unter dem Begriff REACH in Diskussion steht.
 
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